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Historischer Hintergrund Seite 4


Eine andere Versorgungsbasis lag in Kellerberg, wo Maria Jennes die Gruppe aktiv unterstützte. Zum Kern der Partisanengruppe gehörten neben einigen namentlich unbekannten ZwangsarbeiterInnen die Deserteure Erich Ranacher und Josef Ribitsch, die zuvor schon bei den slowenischen PartisanInnen eine Ausbildung erhalten hatten und sich einige Tage in der Peskoller-Wohnung versteckt hielten, ferner der Deserteur Heinrich Brunner und der Wehrdienstverweigerer Franz Najemnik, dessen Flucht in die Wälder ebenso über den Weg der Peskoller-Wohnung in der Sonnenstraße führte. Letzterer entging als einziger dem engmaschigen Fahndungsnetz der NS-Behörden.


Die Villacher Partisanengruppe

In der kurzen Bestandszeit der Kerngruppe, die sich in etwa von September bis November 1944 erstreckte, lebte die Partisanengruppe in abgeschiedenen, selbstgebauten Waldbunkern in der Umgebung von Villach. Ihr Aktionsradius erstreckte sich auf einen Teil des Drautales rund um Kellerberg sowie auf das Gegendtal. Aktenkundig belegt sind Aktionen für die Ortschaften Winklern, Wernberg, Treffen, Niederdorf, Kras, Köttwein, Puch, Unterwollanig, Verditz und Arriach. (11) In einer Gesamtbeurteilung lässt sich sagen, dass der eigene politische Anspruch der PartisanInnen sich wohl nur begrenzt realisieren ließ – die scharfe Verfolgung durch Landwacht, Gendarmerie und Gestapo einerseits und die Heterogenität und Instabilität der Gruppe andererseits, gepaart mit einem Mangel an Waffen und Unterstützung einer breiteren Bevölkerungsbasis, ließ nur wenig Spielraum für größere, militärische Aktionen. Einträge in  den Gendarmeriechroniken des Gegendtales zeigen, dass die Gruppe vor allem mit der Beschaffung von Waffen und Lebensmitteln, und sehr bald schon mit einem puren Überlebenskampf beschäftigt war – zu schlagkräftigen politisch-militärischen Aktionen kam es nicht. Zwischen den PartisanInnen und den nationalsozialistischen Verfolgungsbehörden kam es in der kurzen Bestandszeit der Gruppe zu mehreren Feuergefechten. Im Verlauf eines solchen Gefechts wurde ein Landwachtmann getötet, Erich Ranacher selbst erlitt einen Armdurchschuss. Die Pflege des Verletzten übernahm Maria Peskoller (12), bzw. wird in den Gerichtsakten auch Rosa Eberhard die Versorgung eines Verwundeten zugeschrieben.

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