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Historischer Hintergrund Seite 3


Sommer 1944: Aufbau der Partisanengruppe

Das Jahr 1944. Zusammenbruch der deutschen Fronten, Bombardements der Alliierten. Hitlerattentat am 20. Juli. Überall im Deutschen Reich verschärfte die Gestapo ihren Terror gegen verdächtige RegimegegnerInnen. Im Sommer 1944 wurde Helgas Vater, Josef Peskoller, erneut festgenommen. Wenig später beteiligte sich Maria Peskoller gemeinsam mit ihren Freundinnen Rosa Eberhard und Margarete Jessernig sowie dem ebenfalls befreundeten Valentin Klementin aus Seebach am Aufbau einer Partisanengruppe im Raum Villach. Inwiefern die Bildung dieser Gruppe mit den politischen Bemühungen des Frühjahres 1944 zur Bildung einer Österreichischen Freiheitsfront in Kooperation mit der slowenischen Befreiungsfront in Verbindung zu bringen ist, kann nicht eindeutig geklärt werden. Auf höherer politischer Ebene der verschiedenen Widerstandskräfte wurde dieses Projekt im Frühsommer mehr oder weniger als gescheitert betrachtet (8), nicht desto Trotz erscheint die Villacher Gruppe in ihrer Struktur genau als das: Als ein später Ausläufer dieser Kooperationsbemühungen. Mit der slowenischen Befreiungsfront (OF, Osvobodilna fronta) stand Maria Peskoller jedenfalls bereits seit den Anfängen der Partisanenbewegung in Kärnten in Verbindung: „Für den Raum Villach jedoch war auch eine der ersten tätigen Frauen Genossin ‚Anna’, Maria Peskoller. Schon im Herbst 1942 nahm ich selbst mit den Villacher Genossen wieder Verbindung auf, und ‚Anna’ war es, die für unsere Partisanengruppe Leoben-Donawitz dann die Verbindung zu den Partisanen im Rosental über Villach aufrechterhielt.“ (9)

Ein wesentlicher Faktor, dass es überhaupt zur Bildung einer kämpfenden, im Wald lebenden Partisanengruppe im Frühherbst 1944 kommen konnte, waren die schon seit längerem gepflegten Kontakte der Peskollers zu verschiedenen, teils entflohenen ZwangsarbeiterInnen im Raum Villach. Bereits vor 1944 leisteten die Peskollers in diesem Zusammenhang unterstützende Hilfe und unterhielten politische Kontakte. (10) Mit Marias Verbindungsnetz wurden im Frühherbst 1944 über die Peskoller-Wohnung in der Sonnenstraße mehrere Deserteure und Wehrdienstverweigerer in den Wald geschleust, wo Maria bereits den Kontakt zu entflohenen ZwangsarbeiterInnen hergestellt hatte. Diese bildeten für kurze Zeit eine in den Wäldern lebende Partisanengruppe, die durch kleinere Sabotageakte und Anschläge das lokale NS-System destabilisierte. Rosa Eberhard, Margarete Jessernig und Maria Peskoller bildeten mit Valentin Klementin und dem gebürtigen Kroaten Milan Jelič die zentrale Versorgungsbasis im Villacher Raum, die die PartisanInnen im Wald mit Nahrung, Informationen,  Waffen und anderen Hilfestellungen unterstützte.

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